Gastbeitrag von Bianka Rehn von Yinverse

Dieser Text entstand im Rahmen der #ThankYouPlantMedicine Challenge – er handelt von meinen Erfahrungen mit Pflanzenmedizin.Pflanzen können auch keine Medizin sein. Das kann ich ruhigen Gewissens behaupten, wenn ich mir meine eigene Biografie anschaue. Für mich war bis vor etwa sieben Jahren der ‚Konsum‘ jeglicher Mittel (THC, MDMA, Amphetamine – aber auch Nahrung und jedwede Form der Ekstase) immer an ein Suchtverhalten gekoppelt – welches wiederum an tiefliegende Prozesse gebunden war, die ich hier nicht näher erörtern möchte.

Psylocybin begegnete mir lediglich als ‚Spaßdroge‘ (ich hatte ja keine Ahnung – und auch niemanden, der mir zeigte, wie ich vernünftig damit umgehen kann).

Spoiler: Heute ist das vollkommen anders.Warum?

Für mich war und ist Bewusstheit der Schlüssel zu einem sinnvollen und damit auch heilenden Umgang mit Pflanzenmedizin der Schlüssel. Dafür musste ich mich zunächst einmal vom Substanzgebrauch allgemein verabschieden. Das war ein langer Weg und dieser hatte selbstverständlich seine Höhen und Tiefen. Ich hatte viel mit den Nachwirkungen jahrelangen Konsums chemischer, aber auch pflanzlicher Mittel zu kämpfen (THC).

Mama Cacao

Vor etwa vier Jahren trat keine geringere als ‚Mama Cacao‘ in mein Leben. Cacao ist für mich ein echter Herzöffner gewesen. Ich schaffte es, zu erkennen, dass da außerhalb des Kopfes noch eine Welt existiert. Die des Fühlens. Bis heute ist die Sanftheit, mit der Cacao mein Leben bereichert und mit welcher sie mich durch so manche Lebenslagen führt, ein großes Geschenk.

Als Mensch, der viel in Extremen gelebt hat, war es für mich eine Offenbarung, zu erkennen, dass es nicht immer der große Durchbruch sein muss, damit man näher zu sich selbst findet. Es darf auch ein sanftes Entblättern des inneren Kerns sein – wohl eher mit weiblicher Energie, statt männlicher. Die Schmerzen, Glaubenssätze und Verletzungen, die uns daran hindern, unser freies, leichtes und tiefes Selbst zu (er)leben, haben sich nach jahrelanger Unterdrückung immer weiter an die Oberfläche geschoben.

Verbunden mit meiner Praxis aus Yoga, Meditation und Bewusstwerdung – aber auch therapeutischer Arbeit nach systemischer Therapie –, ebnete ich mir Stück für Stück den Weg, um ein bisschen tiefer eintauchen zu können.

Abuelita Ayahuasca

Die ersten Erfahrungen mit Abuelita Ayahuasca vor etwa 3 Jahren waren einfach nur anstrengend und furchtbar – wenn ich heute zurückschaue, muss ich schmunzeln. Ich dachte stets, ich hätte schon alles erlebt. Aber in den ersten Begegnungen schaute ich in den Spiegel und sah ganz viel Hässliches und blickte der Angst ins Gesicht.

Ich glaube, Aya hatte einiges mit mir zu besprechen. Mit der Zeit wurde es leichter und ich habe auch erkannt, dass längere Pausen zwischen den Reisen für mich unerlässlich sind, um das Erlebte zu integrieren.

Psilocybin

Die kleinen Fun-Guys (Psilocybin) sind von Zeit zu Zeit auch meine Begleiter – mit viel Humor zeigen sie mir manchmal knallhart, was Sache ist.

Fazit

Grundsätzlich denke ich, dass unsere Welt dringend einen gesünderen Umgang mit Pflanzenmedizin braucht. Hierin liegt so viel Potential für Heilung. Trotzdem sage ich klar: Pflanzenmedizin ist nicht für jede*n was – noch nicht. Es bedarf Zeit, bereit zu sein, diese wunderbaren Helfer verantwortungsvoll einzusetzen.

Das Problem liegt jedoch dabei, dass es viel zu wenige kompetente Personen gibt, die die Menschen darauf vorbereiten. Alles geschieht im ‚Untergrund‘ und letzten Endes muss sich jede*r Reisende erst einmal selbst auf die Suche nach gehaltvollen Informationen machen – dabei stößt er*sie natürlich auch auf viel Verwirrendes. Dennoch bin ich so dankbar, dass sich all das schleichend, aber stetig, zu ändern scheint.

An dieser Stelle ein großes DANKE an mein Netzwerk, das mich auf dieser Reise begleitet – vor allem auch an die, die sich nie damit beschäftigt haben und nun doch bereit sind, mal genauer hinzuhören, wenn es um das Thema geht.

Und vor allem natürlich: Thank you, Plant Medicine!

Über die Autorin: Bianka ist Betreiberin der Plattform Yinverse. Eine Community für Yoga, Cacao, Breathwork, Workshops, Retreats, Healing-Spaces und mehr. Sie führt u.a. Kakaozeremonien online und offline.

https://www.yinverse.com/retreat-2020