Der Kern eines Rituals beziehungsweise einer Zeremonie ist, den Verstand mit dem Herzen in Einklang zubringen, damit sie in Harmonie zusammen wirken können. 

Wenn Herz und Kopf kohärent sind, entsteht mehr Lebensfreude und mehr Klarheit. Die Richtung wohin die Reise gehen soll wird deutlicher.

Rituale und Zeremonien wurden von Völkern in der ganzen Welt seit Jahrtausenden auf unterschiedlichste Weise begangen und sind Balsam für die Seele. Leider sind sie in unserer heutigen Kultur nur noch wenig auffindbar. Die wenigen Festtage die uns noch geblieben sind, wurden stark kommerzialisiert, so dass die Seele daraus entwichen ist. Die Worte Ritual und Zeremonie sind für viele suspekt und lässt so manchen zuerst an irgendwelche dunklen Kulte denken. Rituale und Zeremonien müssen natürlich losgelöst von religiösen Dogmen und Zwängen sein, sollen Freude und Wohlbefinden bringen. Sie dienen dem Menschen zur Einkehr, zur Heilung und als Möglichkeit, sich mit seiner Quelle, dem großen Ganzen zu verbinden, um daraus Klarheit und Zentrierung zu erlangen.  

Kleine und größere Rituale sind wichtige Faktoren für eine glückliche Existenz. Man sagt, Kinder brauchen Rituale, sie geben ihnen beim Aufwachsen Struktur und Sicherheit. Und die erwachsene Seele braucht sie genau so. Denn auch als Erwachsene müssen wir an einen Ort der Ruhe und Kraft zurück kehren können, wann immer wir das Bedürfnis dazu haben. Dieser Ort ist in uns selbst, sollte aber in ruhigen Zeiten kultiviert werden, damit wir leicht den Zugang dorthin erlangen.

Welche Möglichkeiten bieten uns Rituale?

Sobald wir uns bewusst entscheiden Rituale in unser Leben einzuführen, können an jedem Punkt dieser Reise  kraftvolle Momente und Durchbrüche eintreten. 

Denn ab diesem Zeitpunkt sind wir bereit, über unser Ego hinauszuwachsen und es beginnt ein kraftvoller Prozess. Wir öffnen uns für die in uns innewohnende höhere Weisheit, von der wir Führung erbitten und erhalten. Anders ausgedrückt: Wir verbinden uns tiefer mit unserer Intuition und dem Unterbewusstsein.  

Ein Ritual ist nichts anderes als eine bewusst vollzogene Handlung mit einer klaren Absicht (Intention). 

Somit kann praktisch jede Tätigkeit ritualisiert werden, Zähne putzen, eine Mahlzeit zu sich zu nehmen, abwaschen, etc. 

Was braucht es, um ein Ritual für eine Transformation zu nutzen? 

  1. Eine klare Absicht(= Intention): Warum mache ich das? Die Absicht sollte sehr klar sein, z.B. eine Frage die dich in diesem Moment bewegt. Dein WARUM. Je klarer deine Absicht ist, desto klarer wirst du auch die Antworten dazu empfangen. 
  1. Vertrauen: Verbinde dich tief mit deiner Absicht und vertraue auf deine innere Weisheit, der Teil hinter deinem Ego und dem stets bewertenden Verstand. Vertraue, dass es so eintritt wie du es dir vorstellst und gebe dich dem hin. 
  1. Integration: Der wichtigste Moment, der oft vernachlässigt wird, ist das Integrieren. Bleibe noch einen Moment sitzen und fasse zusammen beziehungsweise, lasse wirken was du gerade in deiner inneren Welt erlebt hast. Dann rufe dir während des Tages immer wieder deine gesetzte Absicht ins Gedächtnis. Rufe es in herausfordernden Momenten ab, das ist die wahre Übungsmatte!
  1. Wiederholen: Lebe deine Intention. Es ist wie mit allem, nur durch ständiges praktisches Anwenden, kann sich dein System an deinen neuen Absichten ausrichten. 

Wie hilft mir der Kakao bei meinem täglichen Ritual?

Pflanzen können uns sanft in höhere Bewusstseinsstufen führen. Kakao spielt im Pflanzenreich eine Hauptrolle. Er wirkt als spielerische, sanfte Medizin, die dich mit deiner eigenen, tief verwurzelten Weisheit verbindet. Die Wirkung des Kakaos zeigt sich für jeden anders.

Für die Durchführung eines Kakaorituals gibt es keine festen Regeln, lediglich auf ein paar Dinge solltest du achten, damit sich die Wirkung des Kakaos voll entfalten kann. 

Nimm dir ca. 20 Minuten nur für dich und komme dabei ins Spüren und aus dem aktiven Denken heraus. Frage dich vor dem Trinken: “Wie möchte ich mich fühlen? Was bin ich bereit, in mein Leben zu rufen? “

Trinke den Kakao achtsam und setze dir dabei eine Absicht (Intention) für den Tag. 

Dies eröffnet dir die Möglichkeit die oben angesprochene Gehirn – Herz Kohärenz zu erreichen sowie zentrierter und fokussierter durch den Tag / das Leben zu gehen und mehr mit dem „Herzen zu sehen“ statt nur mit dem Verstand.

Hier ist ein Beispiel, wie dein kleines Heim-Ritual aussehen könnte:

Während eine Kakaozeremonie normalerweise mindestens eine Stunde dauert, kannst du dir dein Ritual auch etwas zugänglicher machen, damit es in deinen Zeitplan passt. 15 Minuten deines Tages reichen, um die Wirkung zu erlangen. 

  1. Bereite dir deinen zeremoniellen Kakao achtsam vor. Genieße den Duft der zerkleinerten Kakaomasse, bevor du sie ins Wasser gibst. 
  2. Hab einen Ort für dich, wo du gerne sitzt. Wenn du möchtest, räuchere etwas mit Salbei oder einem anderen Räuchermittel deiner Wahl. Du kannst auch ein paar Tropfen ätherisches Öl in deine Handflächen geben und den Duft tief einatmen. Ich liebe Orangenöl, das passt wunderbar zum Kakao. 
  3. Bevor du den Kakao trinkst, halte die Tasse an dein Herz, schließe für einen Moment die Augen und verbinde dich mit dem Gefühl der Dankbarkeit, wofür bist du in deinem Leben dankbar? Lass das Gefühl durch dein Herz in deinen gesamten Körper fließen.
  4. Dann lege deine Absicht fest, deine Intention für den Tag, zum Beispiel „ich bin gut so wie ich bin“ oder „ich erschaffe mir meine Berufung / meine Beziehung / meine Gesundheit täglich selbst“  
  5. Trinke den Kakao achtsam, genieße den wunderbaren Geschmack und spüre, wie er sich in deinem Körper ausbreitet, ihn nährt und von innen liebkost.
  6. Dabei kannst du meditieren, deine Gedanken niederschreiben, deine Lieblingsmusik hören, tanzen oder dich an kreative Arbeiten setzen.

Wenn wir in Zeremonie gehen, ist es egal, ob wir das alleine tun, zu zweit, zu fünft oder zu fünfzigst. Es dient immer einem höheren Zweck und kommt der Gemeinschaft zugute. Die Grundbedürfnisse der Menschen sind weltweit die selben und unser persönlicher innerer Frieden und innerer Wohlstand spiegelt sich in unseren Beziehungen wider.